Rezensionsarchiv

 

 

Pünktlich, also mit etwa 15 Minuten Verspätung, war es wieder soweit. Die ersten Töne des 11. openmic-bonn kamen aus den Lautsprechern – und diese ersten Töne waren nicht etwa Musik, sondern gehörten zum Moderator, der eine Neuerung der Veranstaltung ankündigte. Bereits beim letzten openmic im August wurde ein Eröffnungslied vorgetragen, welches Gerd, ein treuer Besucher des openmics, extra für die Veranstaltung geschrieben und komponiert hat. Dieses Eröffnungslied soll nun, von unterschiedlichen Künstlern interpretiert, jedes openmic Event einleiten. Die Melodie (als midi und in Noten) sowie der Text findet ihr durch Anklicken der Hyperlinks. Jeder der möchte, kann das Stück einüben und sich für die Eröffnung des nächsten openmics bewerben - egal ob er an dem zugehörigen openmic Tag zum Programm gehört oder einfach als Zuhörer dabei sein will,. Für den 14. Oktober wurde schon eine Bewerbung angenommen, die nächste Möglichkeit ist also am 9.12.2007 (Novembertermin fällt aus).

Nachdem diese Neuerung nun erklärt und Mario Dompke seine Interpretation des Liedermacher Liedes vorgestellt hattte, bestieg Bernardo die Bühne. Im August musste Bernardo leider wegen einer Terminkollision absagen, bot dafür jetzt eine gelungene „Wiedergutmachung“. Schon durch sein Äußeres drückt er den avantgardistischen Liedermacher aus, was sich auch in seinen Liedern und Texten wiederfindet. Mit einem einfachen, doch sehr ausdruckstarkem strumming auf der Gitarre und seiner klaren und volltönenden Stimme groovte er seine Lieder mit deutschem Text. Seine Lieder handeln genauso von Selbsterlebten, wie auch von der Interpretation des wahrgenommenen Weltgeschehens. Nicht immer erschließt sich der Texte auf den ersten „Hör“ und nicht jedem ist auf Anhieb klar, warum Bernardo an bestimmten Stellen bestimmte Musikstile nutzt, wenn man sich aber in die Musik hineinhört, tritt ihre Schlüssigkeit zu Tage. Bernardo hat versprochen bald wieder zum openmic zu kommen.

Weit angereist, oder wie er selber sagte, aus einer, für einen gagelosen Auftritt grenzwertigen Entfernung kommend (Essen) betrat nun Rene Heeckers die Bühne. Da Rene seine Musik normalerweise mit einer „richtigen“ Band zusammen macht, war ich sehr gespannt, wie die Stücke wohl von einer akustischen Gitarre begleitet klingen. Ich muss sagen, einfach gut. Rene versteht es sowohl laute Akkorde, wie auch leise Töne in der richtigen Dynamik darzubieten. Ein gekonntes Flatpicking, manchmal auch ein Fingerpicking, wurde der Musik entsprechend mit verschiedenen strumming Varianten kombiniert – und das alles zu deutschen Texten, die Inhalte hatten. Leider waren aber gerade diese Texte nicht immer gut zu verstehen, ob das an der Anlage/ der Akustik, ob an Renes nicht immer klarer Aussprache oder aber an meinen altersschwachen Ohren lag sei mal dahin gestellt.

Tii yuu oouu bii oder TuoB, so zwei Versuche den Namen des folgenden Duos auszusprechen. Die Bedeutung? Ich habe ja mal auf two units of beer getippt, lag damit auch gar nicht so falsch, denn wie uns ihr erstes Lied belehrte, heißt TuoB The univers of beer. Und dieses Universum ist rockig, leicht westcoastig und vor allem auch mal laut. Mit zwei sehr klaren und gut artikulierten Stimmen brachten Heinrich und Jotte acoustik folkrock auf die Bühne der sich sehen, oder besser hören lassen konnte. Mir schwante schon anhand des Namens, dass diese beiden Jungs versuchen würden den Laden aufzumischen, was ihnen auch im positivsten Sinn gelang. Es hat einfach Spaß gemacht zu hören wie Zweistimmigkeit sowohl beim Gitarrespiel, als auch beim Gesang rüberkam. Wie Dynamik mit Stimme und Instrument erzeugt wurde und wie die englischen Liedtexte verständlich rübergebracht wurden. Immerhin habe ich so gelernt, das Liedermacher neben ihrer Musik nur ein Hobby haben: Bowling (für alle die nicht da waren, hört euch auf TuoBs Webseite das Stück bowling hand an).

Last but not least kamen zwei bekannte Gesichter auf die Bühne. Bekannt mit zweierlei Bedeutungen. Zum einen haben Cora Rok und Eno Töppe (leider ist mir keine Webseite der beiden bekannt) schon mal beim openmic gespielt – mit sehr großem Erfolg, zum anderen kannten fast alle aus dem Publikum die zwei, denn sie hatten gleich ihren Fanclub mitgebracht (die Veranstaltung dankt es euch). Es war eine Art Abschiedskonzert, nicht von der Bühne, aber für eine Weile von Bonn, denn Cora geht nach Rom. Ich denke die Römer, wenn sie nicht gerade mal wieder spinnen, werden ihre Freude an Coras Musik haben. Eine Freude, die auch wir noch einmal erleben durften. Coras Stimme, sehr brillant bis in hohe Tonlagen, Enos Gitarrespiel, diesmal auf der Stromgitarre, angesiedelt zwischen rhythmischer Begleitung, melodiöser Untermalung oder filigranem Solo bilden ein mehrstimmiges Duo, welches kuschelrockige Songs aus eigener Feder darbietet. Für mich eine Kombination, die schon jetzt die Bitte begründet, dass die beiden nach Coras Rückkehr bitte unbedingt wieder auf die openmic Bühne kommen.

 

So, das war’s mal wieder. Bis bald, wenn es wieder heißt:

 

Out of the bedroom, das nächste openmic ist am Sonntag, 14.10.2007

 

Mario

 

 

 

 

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