Rezensionsarchiv

 

Da beim letzten Open-Micabend ausschließlich Solokünstler vertreten waren, schienen diesmal, am 12.03.2007 die Duos und Gruppen ein Zeichen setzen zu wollen. 

Das Duo Kaffee&Kuchen machte den Anfang. Die zwei Liedermachings verbreiteten von Beginn an eine Atmosphäre von Lockerheit und Humor, die sich sofort auf das Publikum übertrug. Der erste Song "Rettet Holland", bei dem Kevin den Hauptgesang übernahm, war ein rhythmisch treibendes und im Refrain schön-melodisches Statement zum Klimawandel. Ihre teilweise recht drastische Übertragung des Bonnie Tyler songs "Total Eclipse of My Heart" ins Deutsche sorgte für Lacher. Bei "Beamtenparadies" teilten sich die Jungs den Gesang und brachten ihn als nette Mitschunkelnummer. Abschließend legte Matthias seine Gitarre beiseite, überließ Kevin die instrumentale Begleitung, und die beiden entkleideten den Extremeklassiker "More Than Words" in ihrer Version jeglichen Kitsches und machten daraus eine launige Ode an Bier.

Es folgte das nächste Duo: 2samkeit mit Manuela Limbach als Sängerin und Tambourinspielerin und Marc Dietz als Gitarrist und Hintergrundsänger bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt. "Kontrolle Verlieren" zeigte ihre Bereitschaft lyrisch und musikalisch zu experimentieren. Ruhiger wurde es dann beim dem Liebeslied "Ich brauche Dich". Umso überraschender war dann das laute Anzählen des nächsten Stückes "Wut auf Dich", das musikalisch zwar (u.a. durch ein gutes Gitarrensolo) ansprechend war, durch die etwas fehlgeleitete Theatralik der beiden Protagonisten auf der Bühne aber etwas prätentiös 'rüberkam. Nach einigen biografischen Details, dem Hinweis auf die mitgebrachte Spendenbüchse und einem Psalmzitat spielten die beiden, denen es offenbar so gut gefallen hatte, dass sie gar nicht mehr von der Bühne herunter wollten, noch das meditative "Liebesglück". 

Die Pause wussten The Giants zum Bühnenaufbau und Soundcheck zu nutzen. Nachdem sie beim letzten Auftritt im Dezember als "rockig" angekündigt worden waren, aber nur in reduzierter Besetzung gespielt hatten, wollten sie dieses Mal ihrem Ruf gerecht werden und reisten mit Lukas am Mikro, Matthias am Bass, Timo an der Gitarre, und Markus am abgespeckten Schlagzeug an. "Shine on" erinnerte auf gute Weise an Oasis und überzeugte durch gutes Zusammenspiel. Mit einem gezupften Intro begann das etwas härtere, aber dennoch gefällige Stück "Talking to You", das die Band erst kürzlich bei einem Studioaufenthalt geschrieben hatte. Nach dem poppigen "Indian Symphony", das mit seinem leicht fernöstlichen Einschlag durchaus beatlesque klang, verabschiedete sich Timo von der Bühne und überließ Markus Gitarre und Backgroundgesang beim abschließenden "We want More". Das Publikum jedenfalls war begeistert und verlangte nach einer Zugabe.

Bevor es dazu kommen sollte, betrat aber erstmal Mario Dompke, der übrigens, um den anderen Acts noch etwas Extraspielzeit zu ermöglichen, auf seinen vierten Song verzichtete, die Bühne. Beeindruckend bei Mario sind für mich immer wieder zwei Dinge, die ausgeklügelten, umfangreichen Texte und das unglaublich versierte Fingerpicking. Dass er bei einem so hohen technischen Schwierigkeitsgrad ein oder zwei kleine Unsicherheiten zeigt, ist nicht verwunderlich und seine Art, Unsauberkeiten mit einem Lächeln zu überspielen, macht ihn sympathisch. Als Inspirationsquelle seines ersten Stücks über Sinn und Unsinn von Ethik "Gibt es eine richtige Entscheidung?" nannte er Milan Kunderas "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins". Das zweite Stück behandelte die Fassungslosigkeit nach einer Trennung. Zum Abschluss und zur Auflockerung spielte er dann (auf meine Bitte hin) "Meine Hälfte", das, obwohl Marios Frau nicht zur Visualisierung (und auch zu keinem anderen Zweck) anwesend war, für ein Schmunzeln bei den Zuhörern sorgte.

Für eine Zugabe wurden dann The Giants auf die Bühne zurückgeholt. 

An dieser Stelle möchte ich mich einmal bedanken bei Mario, der mit seinem Einsatz an der Webseite und an jedem Open-Micabend viel zum Gelingen der Veranstaltungen beiträgt und auch bei Tins, die zum Zuschauen gekommen war und dann spontan beim Sound und Abbau mitgeholfen hat. Und ich sollte noch darauf hinweisen, dass die 

nächste Open-Mic erst am 14.5. stattfindet.

Gruß,

Ann

 

 

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