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Der 3. Openmicabend war absolut hochklassig besetzt. Trotz oder wegen einiger spontanen Umbesetzungen und anderen Überraschungen ist ein Abend musikalischer Höhepunkte verschiedenster Genres gelungen, den das zahlreich erschienene Publikum sichtlich genossen hat.

Den Anfang machten Micha und Phil, die eine Hälfte der Band "Lennon, King & Kennedy". Die Jungs teilten sich Gesang und Gitarrenspiel brüderlich. Mal übernahm der eine Hauptgesang und Rhythmusgitarre, mal der andere. Schon beim ersten Song "You make me feel" (angekündigt mit dem Zusatz "like a natural woman", gespielt allerdings ohne den Schmalz des gleichnamigen Carole King - Klassikers) fiel das ausgefeilte und sichere Zusammenspiel der beiden auf. Daher ließen sich Phil und Micha auch nicht durch eine kleine Irritation zu Beginn des zweiten Stückes "This goodbye means forever" aus der Ruhe bringen und spielten ihn routiniert zuende. Beim dritten Lied "The rest of our living rooms" erreichten sie durch den Einsatz der zweiten Gitarre eine erstaunliche Dynamik. Beinahe hypnotisch ruhig - ganz im Sinne einer abschließenden Zugabe - begann "Sunday Drive", das sich dann aber noch einmal steigerte, an Tempo aufnahm und den Auftritt auf gelungene Weise beendete.

Sehr viel ruhiger ließ es Tim Sturhan angehen, der das Wagnis, sein Set nach dem erfolgreichen Auftritt des letzten Openmicabends vollkommen zu verändern, mit Bravour meisterte. Er nahm uns mit seinem ersten Stück "Paddy McGee" auf eine musikalische Reise nach Irland mit, entführte uns im 2., "Edinburgh", nach Schottland. Dafür, dass seine Lieder trotz einiger repetitiver Elemente in der Musik nicht langweilig oder eintönig wirken, sorgte Tim mit unterschiedlichsten Mitteln, dem Einsatz von gepfiffenen Passagen und Kopfstimme (das v.a. und durchaus gekonnt bei dem 3. Lied "Ich weiß nicht"), der Variation der Lautstärke und der besonderen Betonung des narrativen Moments.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann mit Telekid & Friends weiter, dem Publikumsmagneten des Abends. Die für Openmicverhältnisse ungewöhnlich große Besetzung mit Micha am Kontrabaß, Daniel am Cajon und Haris/Telekid selbst an der Gitarre brachte eine ganz neue Dynamik in den Abend. Das erste Stück "Demons" kam mit jazziger Smoothness daher, und das Trio wusste sofort als gut eingespielt zu überzeugen. Die Gelassenheit und Coolness des zweiten Songs "One million dollar friend" wurden durch Telekids starke Gesangsleistung gut vermittelt. Beim dritten Lied "Despite the sun" fuhr man das Tempo etwas herunter und schaffte eine blusige, ja fast gospelmäßige Stimmung. Am Anfang vom Ende, der Zugabe "Is?", gab das Cajon einen gebrochenen, hiphopesken Rhythmus vor, den die beiden anderen Musiker aufnahmen und zu groovigem Rock steigerten.

Mehr als nur ein Ersatz für den ursprünglich gesetzten, aber plötzlich erkrankten Denis Hodak (von hier aus: "Gute Besserung!") war Andreas "Nick". Sparsam nur setzte er seine tiefe, leicht rauhe Stimme ein und verließ sich dafür umso mehr auf seine gekonnte und überraschend effektive Rhythmusarbeit an der Gitarre. Er begann mit englischen Songs (u.a. "Terrible Night"), um dann mit drei deutschen Liedern (Ich wäre nicht erstaunt", "Gegenüber der Straße" und "Deine Liebe lässt mich singen") abzuschließen. Das letzte Stück überraschte dann mit einem sehr schönen Flatpicking. Ebenso vielfältig wie seine Anschlagtechnik waren die zu hörenden Musikalischen Einflüsse, die von Country über Rock bis Funk reichten.

Zum Schluss spielten - den Openmicgedanken aufgreifend - spontan und wegen der vorgerückten Stunde unverstärkt noch Ann Bishop (ihrerseits in strahlender Schönheit) und Mario Dompke (seinerseits endlich einmal - und vollkommen zurecht - auch selbst zufrieden mit der eigenen Leistung).

Deshalb heißt es am 13. November 2006 wieder nicht nur für die Musiker:

OUT OF THE BEDROOM

sondern auch ihr solltet euch die besondere Atmosphäre der handgemachten, akustischen Livemusik nicht entgehen lassen.

Ann

 

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